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Kursus Meeresbiologie auf Borkum

     

Die Unterwasserwelt in der Nordsee hat mehr zu bieten, als altes Eisen.

Biologe Dr. Alexander Stollenz hat uns in einem spannenden zweitägigen Seminar auf Borkum viel über 

  • Ökosystem
  • Umweltfaktoren
  • Stoffkreisläufen
  • Nahrungsketten
  • Räuber-Beute Verhältnisse
  • Anpassungen der Lebewesen an den Lebensraum
  • Ökologische Nischen
  • und unzähliges mehr…

beigebracht.

Anschliessend ging es ins Wasser, wo die Teilnehmer Lebewesen beobachten, dokumentieren und Fotografieren sollten.
Am zweiten Tag wurden dann die Ergebnisse ausgewertet und besprochen.

Alle Taucher gelangten zu der Erkenntnis, dass die Fauna und Flora der Nordsee erstaunlich vielfältig ist und sich unter der Oberfläche ein ganz erstaunlicher Lebensraum verbirgt.

Diese fossile Muschel soll angeblich etwa 120.000 (!) Jahre alt sein! Solche Muscheln können heute noch immer an den Stränden der Nordsee gefunden werden. Sie stammen aus dem sog. Eem-Meer.

 

 

Es gab natürlich Labskaus 😉

 

Entwicklung eines Strömungssensors

Wie der Name unserer Gruppe schon sagt: Die Gezeiten sind für uns ein zentrales Thema.
Nur zu dem Zeitpunkt wenn die Tide kentert ist es uns möglich, zu tauchen.
Außerhalb dieses Zeitfensters ist die Strömung durch Ebbe und Flut viel zu stark.

Wir richten uns zwar immer nach den offiziellen Gezeitenkalendern der Ostfriesischen Inseln, haben aber dabei immer wieder erhebliche Abweichungen beobachtet.

Nun wollen wir diese Effekte genauer untersuchen und haben dafür einen Sensor entwickelt.
Erwird in ca. 25m Wassertiefe am Wrack befestigt und zeichnet die Strömung, die Wassertemperatur und die Uhrzeit auf.

Video

Funktionsmuster

Das erste Funktionsmuster – hier noch per Hand verdrahtet

Kleinserie

Test

Am 22.05.2018 konnten wir den Sensor am Wrack befestigen.

Ein Kamerateam vom NDR war dabei und hat gefilmt.

 

  

 

 

 

 

Tausch des Sensors und Auswertung

Bereits nach acht Tagen erlaubten es die Wetterbedingungen, erneut zum Wrack zu fahren.
Wir konnten den Sensor austauschen. Die Ergebnisse sind vielversprechend.
Die Strömungen des Gezeitenwechsels lassen sich deutlich erkennen.

Wir haben einen Algorithmus erstellt, der aus den geloggten Daten die Zeitfenster für das Stauwasser bestimmen kann.

An der nächsten Version des Sensors werden wir nur geringe Modifikationen vornehmen müssen.
Lediglich die Messdauer werden wir von zwei auf vier Sekunden erhöhen und die Auflösung der Winkelmessung vergrößern.
Dadurch werden die Daten weniger rauschen und noch genauer sein.

 

 

Gezeitentaucher in der Presse

Wir sind überrascht und begeistert von dem Medienecho.
Mehrere Vorträge sind bereits in Planung.

Spiegel online

Gleich nach der Veröffentlichung des Prospektionsberichts hat SPIEGEL ONLINE das Thema aufgegriffen.

Spiegel online Link

NDR – Forschung mit Tauchgang: Das Wrack der “Elsa”

Der NDR berichtet vom Treffen der Enkel mit den Gezeitentauchern.

Link (NDR)

NDR – Das Geheimnis um WrackX

 

Link (Mediathek)

 

Fachmagazin: VDST Sporttaucher

 

Die Verbandszeitschrift des VDST ist die auflagenstärkste Fachzeitschrift über den Tauchsport in Deutschland.
Es hat uns besonders gefreut, dass der Unterwasserarchäologe Elmar Klemm so ausführlich berichten konnte.
Link

Tageszeitungen

   

 

 

  

 

Vortrag am 13.05.2018 in Rostock

Vortrag

Am 15.03. haben wir im Rostocker Schifffahrtmuseum einen Vortrag: Die Gezeitentaucher – Wracktauchen in der Nordsee gehalten.
Der Saal war voll und die Zuschauer haben gebannt bis zum Schluss zugehört.
Wilfried, Holger und Ernst Weitendorf (der Enkel des Kapitäns) haben in dem fast zwei Stunden dauernden Vortrag ausführlich über die Gezeitentaucher und den Wracks berichtet.
Das Kapitel: “WrackX bzw. SS ELSA” hat Ernst Weitendorf mit interessanten Berichten über die letzten Stunden der ELSA abgeschlossen.

Außerdem konnten wir sehr interessante Personen treffen, die direkt mit dem Schicksal der ELSA verbunden waren.
So haben wir z.B. Jörn Reiche getroffen, dessen Großvater als erster Offizier bis zum Schluss versucht hat, den Untergang zu verhindern.

Beitrag im NDR

Der NDR war auch dort und hat noch am selben Abend von diesem Treffen berichtet.

 

Hier der Link in die Mediathek des NDRs: Video

 

 

  

 

 

 

 

 

 

   

Beim Besuch im Schifffahrtsmuseum konnten wir über Dampfmaschinen fachsimpeln.


Holger vor dem Originalgemälde der Elsa.

  

 

Das Geheimnis von Wrack X ist endlich gelüftet

Das Jahr 2017 war für uns Gezeitentaucher besonders erfolgreich. Nach zehn Jahren konnten wir endlich das Rätsel um unser Wrack X lüften. Dieses Wrack liegt uns Gezeitentauchern besonders am Herzen, weil wir es bereits im Jahre 2007 entdeckt hatten. Damals spürten Dirk und sein Bruder es mittels einem Echolot, dem sog. “Fischfinder” auf. Diverse Recherchen hatten ergeben, dass das Wrack bislang noch nicht identifiziert war und wir gaben ihm den Namen “Wrack X”. Die Bauweise ließ auf eine Konstruktion zwischen 1890 und 1930 schließen.

Nun gelang uns endlich die eindeutige Identifizierung 

Ulrich Hofmann, Dirk Terbeek, Dirk Heinemann, Wilfried de Jonge, Thorsten Bakker, Oliver Hirsch, Holger Buss, (es fehlt: Thorsten Lex)

Die Geschichte im Video:

 

Archäologische Herangehensweise

2017 haben wir an Kursen zur Unterwasserarchäologie teilgenommen.

Die erlernten Methoden der Vermessung, 3D-Modellierung und Dokumentation wurden bei vier Tauchgängen im September 2017 von uns Gezeitentauchern auf das Wrack X angewandt. Zunächst konnte so eine erste “Phantomzeichnung” des Schiffs angefertigt werden

Skizze vom Fundplatz

Daraus konnten wir dann die Phantomzeichnung erstellen.

Phantomzeichnung von Wrack X

Umfangreiche Recherchen

Dann begann eine umfangreiche Recherche. Es wurden hunderte Zeitungen aus dem Zeitraum zwischen 1900 und 1950 gesichtet und zahlreiche Schiffsuntergänge in der Nordsee untersucht. Von den infrage kommenden Schiffen mussten Zeichnungen, Fotos oder weitere Daten aufgetrieben werden. Alle wurden mit der Phantomzeichnung von Wrack X verglichen.

Bei der Recherche wurde zum Beispiel auf das digitalisierte Archiv der maritimen Zeitschrift “Hansa” zurückgegriffen, die seit 1864 auf dem Markt ist. Dort fand sich dann auch der entscheidende Hinweis.

Es dauerte noch einige Tage, um an weitere Informationen des Dampfers “SS Elsa” zu kommen. In dem Archiv eines niederländischen Museums fanden die Gezeitentaucher dann endlich ein Foto des 1917 gebauten Schiffs.

Fotografie der SS Elsa (Damals noch unter dem Namen “Hermina”)
Quellenangabe: “Collectie Het Scheepvaartmuseum, Amsterdam”

SS Elsa – ex. Hermina – ex. Polmina – ex. Oskar – ex. Elsa Marie

Es handelt sich um das 1917 gebaute Schiff SS Elsa, das 1936 bei Sturm in der Nordsee gesunken ist. Es gehörte dem bekannten Kapitän Ernst Weitendorf aus Rostock, der bis ins hohe Alter das DDR-Segelschulschiff “Wilhelm Piek” geleitet hatte.

SS Elsa
Weitere Namen: Hermina, Polmina, Oskar, Elsa Marie

Baujahr 1917
Kategorie: Frachtschiff, Stahl – genietet
Länge: 61,2m
Breite: 9,2m
Tiefgang: 3,8m
Geschwindigkeit: 9kn
Antrieb: Dampfmaschine, Dreifach-Expansion, 600 PS, zwei Kessel
Decks: 1
Tonnage: 870 BRT / 409 NRT
Gesunken: 1.12.1936 bei Sturm vor Norderney (Nordsee)
Letzte Fahrt: von Danzig (Ostsee) nach Cherbourg (Frankreich) mit einer Ladung Kohle
Verluste: 10
Überlebende: 2 

Prospektionsbericht

Hier der vollständige Untersuchungsbericht zum Wrack X .

Download Prospektionsbericht SS Elsa (Wrack X)
Darin befinden sich alle Informationen, die wir zum Wrack gesammelt haben.

Nachfahren des Eigners

Damit war nach zehn Jahren endlich das Rätsel um Wrack X eigentlich gelöst, aber wir forschten weiter. Wir fragten uns, was genau passiert war und ob es überlebende gegeben hat, oder ob es sogar noch Nachfahren dieser Überlebenden gäbe. 

Es gelang uns, einen Enkel des Kapitäns ausfindig zu machen und mit ihm Kontakt aufzunehmen. Dieser hatte tatsächlich noch Unterlagen und Zeitungsausschnitte von seinem Großvater. So war der Untergang des Schiffes in dessen handschriftlichen Memoiren dramatisch geschildert.

Die Gezeitentaucher mit dem Enkel des Kapitäns

Das Bild eines Ölgemäldes war schließlich der krönende Abschluss des Krimis um das Wrack X. Die gesamte und ausführliche Geschichte findet Ihr in unserem Buch.

Unser Buch: Die Gezeitentaucher (Ab Januar 2018)

ISBN: 978-3-00-058773-3  
Das haben wir zum Anlass genommen, endlich unser seit einigen Jahren im Entwurf befindliches Buch “Die Gezeitentaucher” fertig zu stellen.

Es wird auch auf dem Stand von der Oceanex Tauchlampe (Halle 3 D06) zu erwerben sein.

Link

Entwurf des Buches – hier noch nicht gebunden.
Es wird hochwertig gefertigt.

Darin enthalten sind viele Unterwasserfotos aus der Nordsee, Beschreibungen verschiedener Wracks und spannende Berichte.

 

 

 

Wrack X – Dem Geheimnis auf der Spur

Am Sonntag, den 24.09.2017 ist es endlich wieder so weit. Das Wetter scheint mitzuspielen, und wir sind hoch motiviert zu tauchen.

Getroffen haben wir uns im Ndd Yachthafen und waren um 14:00 auf dem Weg zum Wrack X.

Wir, das sind Holger Buss, Thorsten Bakker, Dirk Heinemann, Michael Rosendal und Wilfried de Jonge

Bei strahlendem Sonnenschein und fast keiner Welle schneidet sich Geronimo elegant und schnell durch die flachen Wellen.

Am Tauchplatz angekommen suchen wir kurz nach dem Wrack und werfen unseren Anker, mit einer Boje daran befestigt.

Nun können wir uns fertig machen und ab ins Wasser….

Wrack X gibt uns immer wieder Rätsel auf.

Kaum haben wir, durch aufwendige Recherchen in alten Büchern und Zeitschriften, ein neues Wrack entdeckt, da finden wir beim nächsten Tauchgang am Wrack X leider doch wieder Maße und Konstruktionsmerkmale, die nicht zum gefunden Kandidaten passen.

Es ist ebenfalls kaum zu glauben, wie die optische Wahrnehmung am Wrack, sich von den Videoanalysen unterscheidet. Da sind plötzlich Zusammenhänge auf dem Video sehr viel deutlicher, als mit der Nase vor dem Objekt.

Irgendwie scheint das mit der “narkotischen” Wirkung unter Wasser zu stimmen😀

Unsere Taucher sind unermüdlich. Holger scheint Stunden damit zu verbringen sich in der Recherche von Schiffen zu vergraben, zeichnet maßstabsgetreue Schiffsbilder aus den Videoanalysen, kontrolliert diese mit den originalen Schiffszeichnungen und Fotos der alten Pötte. Auch hält er unseren Prospektionsbericht vom Wrack X auf aktuellem Stand. Wie man hier merkt, war unser Archäologiekurs von Florian Huber prägend.

Thorsten ist mit Sicherheit Nächte damit beschäftig aus den Massen von Videodaten Fotos auszuschneiden. Es liefen heute 3 Gopros mit.

Diese werden mit einer Software zu einer 3D Grafik zusammengesetzt. Dieses 3D Modell läßt sich dann am Rechner drehen und man bekommt einen super Eindruck des Gegenstandes. Ich schätze, dass Thorsten bei unserem heutigen Tauchgang 6000 – 10000 Bilder ausschneidet und diese verarbeitet.

Da kommt dann auch schon Olli`s Superkomputer in Spiel. Die Verarbeitung der Daten kostet Rechenleistung. Ein normaler Rechner braucht dafür leicht mal ne Woche.

Dirk H. ist buchstäblich unser Unterwasser Arbeiter. Gibt es was zu reinigen, kratzen, freilegen oder zu vermessen ist er unser Mann.

Ulli nutzt sein umfangreiches Netzwerk und recherchiert in alle Richtungen.

Es sind Kontakte zu Buchautoren, Museen, alten Hasen der Tauchszene usw…

Es ist erstaunlich wie die Frequenz der Whats App Nachrichten in die Höhe schnellt, wenn wieder einmal eine brennende Frage diskutiert wird.

Dirk T. ist unser Ruhepol in der Truppe, der uns hin und wieder auf den Boden der Tatsachen zurück holt.

Und ich fühle mich bei unserem heutigen Tauchgang wie ein Schlepp-Esel. Bepackt mit Schreibtafel, mit diversen fliegenden Blättern mit Schiffsinformationen und Zeichnungen, die ergänzt werden sollen, mit gleich zwei langen Maßbändern usw…. Unter Wasser durfte ich dann unter wachsamen Augen von Holger das komplette Schiff von Bug bis Heck vermessen. Wobei Holger gleichzeitig am fotografieren, dokumentieren, vermessen und videographieren ist. Multitasking fähig.

Verlegen des langen Maßbandes (über 60 Meter Schiffslänge)

und das Monster Licht von Thorsten.

Wilfried – Vermessen der Stahlstützen der Dampfmaschine

So sah die Maschine damals aus. Eine der Stützen vermesse ich gerade.

Nach kurzer Zeit haben wir am Wrack dann auch das zweite Tauchteam getroffen.

Thorsten und Dirk H. Thorsten sehr auffällig mit zwei riesigen Videolichtarmen und zwei parallel aufnehmenden Gopros, die leicht im Winkel zueinander verdreht sind. Es ist dann so, als wenn im Wasser plötzlich ein Ufo aus einer anderen Galaxie auf dich zuschwimmt. Thorsten ist dabei top routiniert und absolut ruhig, und das, obwohl wird durchaus noch Strömung hatten.

Thorsten mit seinem Videoequipment

Dirk H. ist bei diesem Tauchgang schnell zu entdecken. Er ist Derjenige, der in einer riesigen Staubwolke taucht. Dirk H. ist ein sehr guter Taucher, es liegt also nicht an der Tarrierung, sonder sein Job ist heute im Sandboden nach der vermeintlichen Ladung des Schiffes zu suchen. Es muss doch etwas von den Kohlestücken im Sand stecken, die das Schiff damals geladen haben soll.

Messen und dokumentieren

Thorsten mit den langen Videoarmen für die Gopros

Unser Skipper an Bord ist Michael. Ein guter Freund von Thorsten, der gewissenhaft auf uns aufpasst und wieder einsammelt, sobald wir die Dekoboje schießen und wieder an die Oberfläche kommen.

Michael

Nach dem gelungenen Tauchgang haben wir noch Zeit, ein paar Scans zu machen.

Hier mit dem Humminbird. Dabei haben wir dann auch erkannt, dass ich die Lage des Wracks beim letzen Mal nicht richtig erkannt habe und nun noch korrigieren müssen.

Scan vom Wrack X

Wilfried, Thorsten und Dirk H.

Es war ein top Tag. Super Wetter, toller Tauchgang und beste Ergebnisse.

Viele unserer selbst gestellten Aufgaben konnten erfüllt werden. Wir sind wieder ein Stück weiter gekommen. Das Geheimnis um Wrack X könnte sich bald lüften……..

Bis bald,

Wilfried de Jonge, 29.09.2017 Norden

Wrack X – der Krimi geht weiter

Das Wrack X lässt uns keine Ruhe.

Diese Fragen treiben uns an:

  • Um welches Schiff handelt es sich?
  • wann ist es gesunken?
  • weshalb ist es gesunken?
  • wo kam es her – wo wollte es hin?
  • was hat es geladen?
  • gab es menschliche Verluste und gab es Überlebende?

Ein weiterer Tauchgang am 10. September

An Bord waren Olli, Thorsten B., Dirk T., Dirk H. und Holger. Unser Skipper Kai war zum ersten mal dabei und machte einen super Job.

Dieses mal spielte das Wetter nicht ganz so mit wie beim letzten mal. Wir hatten recht viel Wind (5Bft) und ca. 1m Welle.
Wir beschlossen, trotzdem zu tauchen und einigten uns darauf, dass alle am Ende des Tauchgangs an der Boje wieder auftauchen sollten, um in der Welle nicht zu weit abgetrieben zu werden.

Vermessungen

Unser Ziel ist es, eine  maßstabsgetreue Zeichnung von dem Wrack anfertigen zu können. So nahmen wir dieses mal wieder Maßbänder und Schreibtafel mit.

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Diese Messpunkte wollten wir vermessen:
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Die Zeichnung zeigt einige Details des Wracks, die bei der Identifizierung wichtig sein könnten

Detailvermessung: Rohr

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Thorsten und Dirk vermessen ein Rohr, das entweder ein Ladebaum oder ein Teil eines Mastes gewesen sein muß. Die Länge wird mit 8m bestimmt.

Bei unserem letzten Tauchgang fanden wir bereits dieses dreieckige Teil direkt am Kopf der Dampfmaschine:

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Wir untersuchten es genauer und identifizierten es als Kondensator – genauer: “Oberflächenkondensator”.
Der diente dazu, den Dampf am Ausgang der Dampfmaschine abzukühlen. Das kondensierte Süßwasser konnte dann wieder zurück in den Kessel gepumpt werden. Der Kondensator wird mit Seewasser gekühlt.

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Nach dem Tauchgang kamen wir mit einigen Messwerten und neuen Eindrücken wieder an Bord der Geromino. Es konnten wieder einige Details geklärt werden, aber es bleiben immer noch viele Fragen offen.

Jetzt ist auf jeden Fall erst mal Recherche am Schreibtisch gefragt…
…und wir hoffen auf gutes Wetter, damit wir bald wieder los können 🙂

Voller Elan… Wrack X wir kommen

Nach dem Wochenende mit Florian Huber musste schnellstmöglich ein Termin zum Tauchen her. Das wichtigste hierbei ist ein Blick auf die Gezeiten sowie auf den Seewetterbericht!

 

Somit starteten wir am 05. September ab Norddeich mit der “Geronimo”. Unser Ziel für den heutigen Tag ist, wie soll es anders sein, das Wrack X. Unsere Erkenntnisse, die wir bislang über das Wrack sammeln konnten, sind folgende:

Es handelt sich um ein Wrack nördlich von Norderney, nahe dem Verkehrstrennungsgebiet. Das Wrack besteht aus Metall und ist stark beschädigt. Es liegt in einer Tiefe von 26m bei NW. Untergrund fester Sand. Das Wrack liegt auf der Backbordseite. Es sind keine Aufbauten vorhanden. Die Schraube und das Ruderblatt sind vollständig erhalten. Es befinden sich zwei Dampfkessel Parallel angeordnet nahe des Achterschiffs. Eine Winsch liegt in Verlängerung Richtung Bug zu den Dampfkesseln.

Wie war das noch in dem Workshop?!  Oh Ja, strukturierte Vorgehensweise mit klaren Zielen.

Ok… Ziele bestimmen, Gruppen einteilen und Aufgaben zuteilen.

Ziele:

  • Länge des Wracks bestimmen
  • Fixpunkte setzen
  • Leine mit Meterage an Steuerbord über die gesamte Länge installieren
  • Markante Objekte nummerieren
  • Foto- und Videodokumentation

Gruppen und Aufgabenverteilung.

  • Wilfried de Jonge: Skipper und Sicherungstaucher
  • Dirk Heinemann: Taucher Gruppe 2 (Markierung und vermessen)
  • Ulrich Hofmann: Taucher Gruppe 2 (Foto)
  • Holger Buss: Taucher Gruppe 1 (Foto und Video)
  • Thorsten Bakker: Taucher Gruppe 1 (Video und Markierung)

So, das hätten wir…. und somit stand uns jetzt nichts mehr im Weg, um durchzustarten.


Das Wetter und die See meinten es gut mit uns, was uns mit geschmeidigen 30 Knoten Richtung Wrackposition gleiten ließ.

Der erste Blick ins Wasser war vielversprechend und wir fingen an, das Wrack zu suchen, um das Grundgewicht mit Abstiegsleine zu setzen.  Bingo, Ausschlag auf dem Sonar und ab mit dem ganzen Seil und Bojengerödel ins Wasser. Da wir schon etwas über die Zeit waren, musste es jetzt etwas zügig gehen. Geräte auf den Rücken, Predive Check und ab ins Wasser!


Am Seil entlang zum Wrack auf gute 25m Tiefe wurde mir klar, das mich der erste Blick ins Wasser nicht getäuscht hat. Wir hatten relativ gute Sichtweiten von etwa 5-6m.  Holger und ich starteten direkt mit dem Abarbeiten unserer ToDo-Liste. Kurz orientieren, dann weiter zum Heck um dort an Steuerbord den ersten Fixpunkt zu erstellen! Im Vorfeld haben wir 18mm VA Rohr ca. 1,8m lang mit einem Flachkopf versehen um dieses einigermaßen gut in den sandigen Untergrund mit einem Hammer zu treiben. Der Boden stellte sich als sehr fest heraus, was dazu führte, dass es doch einiges an Zeit kostete, die Stange soweit in den Boden zu treiben, dass wir einen vernünftigen, anhaltenden Fixpunkt haben.


Während ich mich also um den Fixpunkt kümmerte, begann Holger mit dem Fotografieren und Videografieren des Ruderblattes und der Schraube. Fixpunkt gesetzt, Materialproben am Fixpunkt befestigt, Bezeichnung angebracht und Offsetleine befestigt… Signal an Holger und los ging es, die Leine parallel zum Wrack bis zur letzten Trümmersichtung zu verlegen, um dort den zweiten Fixpunkt zu setzen! Der Boden an dieser Stelle war nichts anders als beim ersten Punkt. Ein Blick auf den Rechner zeigte eine bisherige Grundzeit von 25 min.


Wir starteten den Rückweg, um jetzt Bilder vom Wrack entlang unserer Offset-Leine mit entsprechenden Distanzangaben zu machen.  Auf dem Weg machte sich schon eine zunehmende Strömung bemerkbar.


Noch einmal kurz in sich gehen und überlegen, was war da noch auf der ToDo- Liste. “Check”, weiter im Plan mit dem Markieren von interessanten  Objekten und dem Versuch, Videosequenzen für ein 3D-Modeling in die Kiste zu bekommen.  Es stellte sich schnell heraus, dass unsere Befestigungsmetode nicht optimal ist und die mitgebrachten Kabelbinder zu klein für die Befestigung an den Objekten waren.

Ein Teil der Kurbelwelle


Gefühlte 10 min 

später nochmal der Blick auf den Rechner. Schluck, mittlerweile hatte sich die Grundzeit auf gute 60 min hochgeschraubt und der Blick auf`s Fini sagte uns das es doch mal Zeit wird, aufzutauchen.Ich setzte die Dekoboje und wir starteten den Weg Richtung 9m erster Dekostop. Zu meiner Schande muss ich gestehen das es mit dem engen Zeitraum im Vorfeld leider nicht gereicht hat ein Nitrox zu füllen,  sondern lediglich Luft..  Das rächte sich just in diesem Moment mit einer gesamten Deko von 20 min.


Als wir den Kopf aus dem Wasser streckten, hatte die etwas spätere Abendstunde schon einiges an Licht geklaut und wir befanden uns in fortgeschrittener Dämmerung.

Wilfried sammelte uns routiniert wie immer ein und half uns an Bord. Er erzählte uns nachdem wir uns der Ausrüstung entledigt hatten, dass wir während unserer Deko eine Strecke von 1,4 km zurückgelegt hatten. Nicht schlecht….

Alles fest verstaut, kurze Besprechung und Teilen unserer euphorischen Erlebnisse sowie Ergebnisse und auf ging`s Richtung Norddeich.

An dieser Stelle nochmal ein ganz großes danke an Wilfried, der sich bereit erklärte auf den Tauchgang zu verzichten um den Skipper zu machen. Auf dem Rückweg zeigte sich wieder mal seine hervorragende Eignung zum Kapitain. Er navigierte das Boot mit guten 20 Knoten bei totaler Dunkelheit sicher in den Heimathafen zurück.

Nachdem wir alles vom Salzwasser befreit hatten, standen wir noch ne gute Stunde beisammen und teilten unsere Erlebnisse und Ergebnisse vom Tauchgang.

Dirk fand noch eine abgetrennte einzelne Hummerschere.

Eines steht fest:  Wir haben leider nicht alle Punkte von der ToDo-Liste abarbeiten können und brauchen schnellstens einen neuen Termin für den nächsten Trip.