Voller Elan… Wrack X wir kommen

Nach dem Wochenende mit Florian Huber musste schnellstmöglich ein Termin zum Tauchen her. Das wichtigste hierbei ist ein Blick auf die Gezeiten sowie auf den Seewetterbericht!

 

Somit starteten wir am 05. September ab Norddeich mit der “Geronimo”. Unser Ziel für den heutigen Tag ist, wie soll es anders sein, das Wrack X. Unsere Erkenntnisse, die wir bislang über das Wrack sammeln konnten, sind folgende:

Es handelt sich um ein Wrack nördlich von Norderney, nahe dem Verkehrstrennungsgebiet. Das Wrack besteht aus Metall und ist stark beschädigt. Es liegt in einer Tiefe von 26m bei NW. Untergrund fester Sand. Das Wrack liegt auf der Backbordseite. Es sind keine Aufbauten vorhanden. Die Schraube und das Ruderblatt sind vollständig erhalten. Es befinden sich zwei Dampfkessel Parallel angeordnet nahe des Achterschiffs. Eine Winsch liegt in Verlängerung Richtung Bug zu den Dampfkesseln.

Wie war das noch in dem Workshop?!  Oh Ja, strukturierte Vorgehensweise mit klaren Zielen.

Ok… Ziele bestimmen, Gruppen einteilen und Aufgaben zuteilen.

Ziele:

  • Länge des Wracks bestimmen
  • Fixpunkte setzen
  • Leine mit Meterage an Steuerbord über die gesamte Länge installieren
  • Markante Objekte nummerieren
  • Foto- und Videodokumentation

Gruppen und Aufgabenverteilung.

  • Wilfried de Jonge: Skipper und Sicherungstaucher
  • Dirk Heinemann: Taucher Gruppe 2 (Markierung und vermessen)
  • Ulrich Hofmann: Taucher Gruppe 2 (Foto)
  • Holger Buss: Taucher Gruppe 1 (Foto und Video)
  • Thorsten Bakker: Taucher Gruppe 1 (Video und Markierung)

So, das hätten wir…. und somit stand uns jetzt nichts mehr im Weg, um durchzustarten.


Das Wetter und die See meinten es gut mit uns, was uns mit geschmeidigen 30 Knoten Richtung Wrackposition gleiten ließ.

Der erste Blick ins Wasser war vielversprechend und wir fingen an, das Wrack zu suchen, um das Grundgewicht mit Abstiegsleine zu setzen.  Bingo, Ausschlag auf dem Sonar und ab mit dem ganzen Seil und Bojengerödel ins Wasser. Da wir schon etwas über die Zeit waren, musste es jetzt etwas zügig gehen. Geräte auf den Rücken, Predive Check und ab ins Wasser!


Am Seil entlang zum Wrack auf gute 25m Tiefe wurde mir klar, das mich der erste Blick ins Wasser nicht getäuscht hat. Wir hatten relativ gute Sichtweiten von etwa 5-6m.  Holger und ich starteten direkt mit dem Abarbeiten unserer ToDo-Liste. Kurz orientieren, dann weiter zum Heck um dort an Steuerbord den ersten Fixpunkt zu erstellen! Im Vorfeld haben wir 18mm VA Rohr ca. 1,8m lang mit einem Flachkopf versehen um dieses einigermaßen gut in den sandigen Untergrund mit einem Hammer zu treiben. Der Boden stellte sich als sehr fest heraus, was dazu führte, dass es doch einiges an Zeit kostete, die Stange soweit in den Boden zu treiben, dass wir einen vernünftigen, anhaltenden Fixpunkt haben.


Während ich mich also um den Fixpunkt kümmerte, begann Holger mit dem Fotografieren und Videografieren des Ruderblattes und der Schraube. Fixpunkt gesetzt, Materialproben am Fixpunkt befestigt, Bezeichnung angebracht und Offsetleine befestigt… Signal an Holger und los ging es, die Leine parallel zum Wrack bis zur letzten Trümmersichtung zu verlegen, um dort den zweiten Fixpunkt zu setzen! Der Boden an dieser Stelle war nichts anders als beim ersten Punkt. Ein Blick auf den Rechner zeigte eine bisherige Grundzeit von 25 min.


Wir starteten den Rückweg, um jetzt Bilder vom Wrack entlang unserer Offset-Leine mit entsprechenden Distanzangaben zu machen.  Auf dem Weg machte sich schon eine zunehmende Strömung bemerkbar.


Noch einmal kurz in sich gehen und überlegen, was war da noch auf der ToDo- Liste. “Check”, weiter im Plan mit dem Markieren von interessanten  Objekten und dem Versuch, Videosequenzen für ein 3D-Modeling in die Kiste zu bekommen.  Es stellte sich schnell heraus, dass unsere Befestigungsmetode nicht optimal ist und die mitgebrachten Kabelbinder zu klein für die Befestigung an den Objekten waren.

Ein Teil der Kurbelwelle


Gefühlte 10 min 

später nochmal der Blick auf den Rechner. Schluck, mittlerweile hatte sich die Grundzeit auf gute 60 min hochgeschraubt und der Blick auf`s Fini sagte uns das es doch mal Zeit wird, aufzutauchen.Ich setzte die Dekoboje und wir starteten den Weg Richtung 9m erster Dekostop. Zu meiner Schande muss ich gestehen das es mit dem engen Zeitraum im Vorfeld leider nicht gereicht hat ein Nitrox zu füllen,  sondern lediglich Luft..  Das rächte sich just in diesem Moment mit einer gesamten Deko von 20 min.


Als wir den Kopf aus dem Wasser streckten, hatte die etwas spätere Abendstunde schon einiges an Licht geklaut und wir befanden uns in fortgeschrittener Dämmerung.

Wilfried sammelte uns routiniert wie immer ein und half uns an Bord. Er erzählte uns nachdem wir uns der Ausrüstung entledigt hatten, dass wir während unserer Deko eine Strecke von 1,4 km zurückgelegt hatten. Nicht schlecht….

Alles fest verstaut, kurze Besprechung und Teilen unserer euphorischen Erlebnisse sowie Ergebnisse und auf ging`s Richtung Norddeich.

An dieser Stelle nochmal ein ganz großes danke an Wilfried, der sich bereit erklärte auf den Tauchgang zu verzichten um den Skipper zu machen. Auf dem Rückweg zeigte sich wieder mal seine hervorragende Eignung zum Kapitain. Er navigierte das Boot mit guten 20 Knoten bei totaler Dunkelheit sicher in den Heimathafen zurück.

Nachdem wir alles vom Salzwasser befreit hatten, standen wir noch ne gute Stunde beisammen und teilten unsere Erlebnisse und Ergebnisse vom Tauchgang.

Dirk fand noch eine abgetrennte einzelne Hummerschere.

Eines steht fest:  Wir haben leider nicht alle Punkte von der ToDo-Liste abarbeiten können und brauchen schnellstens einen neuen Termin für den nächsten Trip.

 

 

 

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