Privates Archäologisches Seminar – Dr. Florian Huber bei den Gezeitentauchern!

Seit langem war für uns klar, dass die Wracks die wir bei uns in der Nordsee betauchen nicht nur Altmetall sind. Vielmehr handelt es sich um historisch interessante Gegenstände die Alle Ihre Geschichte erzählen oder oftmals auch nicht preisgeben wollen. Sowie menschliche oder historische Schicksale welche mit diesem Haufen Metall verbunden sind. Eines dieser Wracks liegt uns besonders am Herzen, da es eins der ersten Ziele war, welches wir angesteuert haben. Bis heute tappen wir im Dunkeln, welches Schiff mit welcher Geschichte da unten liegt. Wir versuchten  über die letzten Jahre zu recherchieren und betauchen festzustellen was dort jetzt passiert ist. All unsere Bemühungen haben nichts konkretes an`s Licht gebracht. Immer wieder stellte sich uns die Frage wie gehen Profis an eine solche Fundstelle heran und wie bekommt man einen roten Faden an dem man sich entlangtasten kann. Wir brauchten nicht lange überlegen wen wir fragen könnten. Derk Remmers mit dem wir schon einige Male vor den Inseln tauchen waren und der uns immer mit Rat und Tat bei Seite steht sagte schon vor längerem: “die Jungs von Submaris sind coole Typen und Doc Flo ist in seinem Bereich echt spitze.” Also Doc Flo, sprich Dr. Florian Huber ist Archäologe, Taucher und interessiert sich sehr für Altmetall…  wie wir.


Somit Kümmerte Olli sich um den ersten Kontakt zu Florian und mit der Anfrage ob es die Möglichkeit gebe mal einen Archäologie Einsteiger Workshop bei ihm zu machen.. Die Bestätigung stand kurz darauf fest und wir trafen uns am ersten September Wochenende in unserem Clubheim.. Der erste Tag war voll mit Theorie. Inhalte Waren Fundkategorien wie Einzelfunde und Grabungen gefolgt von den verschiedenen Zeitaltern. Ein Thema welches umfangreich behandelt wurde, war die rechtliche Situation im Bezug auf Fundstücke und Fundstellen. Florian gestaltete den Workshop sehr abwechslungsreich mit ständig praktischem Bezug. Zudem kamen Methoden zur Vermessung und Dokumentation welche bei uns allen auf reges Interesse traf. Der Tag rannte nur so! Gegen Abend ließen wir den Tag am Grill und Lagerfeuer  bei Ulli und Nina ausklingen.


Der zweite Tag verlagerte sich ans Wasser um dort die zuvor theoretisch erlernten  Vermessungsmethoden in die Praxis umzusetzen. Florian baute an Land eine Fundstelle auf und vermittelte uns wie am besten vermessen und dokumentiert wird.


Jetzt ging es ab ins Wasser. Alle obligatorischen Fundstücke wurden ins Wasser transportiert und dort von Florian Unterwasser aufgebaut. Er tauchte nachdem alle Teile am Grund lagen mit einem grinsen auf und sagte das es ein netter Tauchgang für uns wird, da es sich um sehr feines Sediment handelt und die kleinste Bewegung die Sicht extrem einschränkt..


Wir teilten uns in ein zweier und zwei dreier Teams auf. Der erste Tauchgang diente zur Orientierung und zum erstellen einer groben Skizze. Beim zweiten Tauchgang wurde jetzt eine Offset leine (Maßband) installiert und dann mit der Offset Methode die Fundstelle vermessen.

Jede Gruppe sammelte ihre Daten und fügte alles im Anschluss bei der Besprechung zusammen. Vor dem Tauchgang gab es schon einige gelangweilte Gesichter, da es anscheinend nichts anspruchsvolles an dem Tauchgang gab. Jedoch stellte sich schnell heraus das es alles andere wie mal eben messen ist. Blinde Kommunikation innerhalb der Gruppen war gefragt genauso wie sich an die vorab getroffene Absprache zu halten. Holger hatte sich zuhause im Vorfeld schon einige Gedanken gemacht und sich mal eben ein Unterwasser GPS gebastelt. Auch dieses testeten wir gleich mit und waren gespannt auf unsere Ergebnisse.


Mal wieder rannte die Zeit und der Tag flog nur so an uns vorbei. Alle Daten im Gepäck und alle Fundstücke wieder an Land verbracht, machten wir uns auf den Heimweg.

Abends gab es nochmal eine Leibes Stärkung beim Italiener. Zudem gab es auch noch etwas zu feiern. Florian bekam die Nachricht das Submaris den Deutschen Meeresfilmpreis gewonnen hat… Na dann Prost .

Sonntag, der dritte und letzte Tag unseres Workshop startete morgens um 10 Uhr und hatte es durchaus wieder in sich. Wir begannen mit der Auswertung der Daten und brachten diese aufs Papier. Die Auswertung ergab, dass alle drei Teams gute Arbeit geleistet haben und alle in etwa dasselbe Ergebnis erzielt haben.


Florian gab uns an diesem Tag noch einiges an Erfahrung sowie etliche Möglichkeiten an die Hand wie wir weiter vorgehen können.

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In unseren Augen war es ein spannendes und sehr lehrreiches Wochenende mit einer riesen Portion Spaß und gute Laune. An dieser Stelle nochmal ein ganz großes Dankeschön an Dr. Florian Huber…

Geronimo soll glänzen :-)

Unser Gezeitentaucher-Boot ” Geronimo”  hat die Winterpause über geschlafen.

Der Motor ist von einem Fachbetrieb komplett überholt und das Unterwasserschiff mit Antifouling gestrichen worden.

Für uns Gezeitentaucher ist es heute an der Zeit, das wir uns um ein paar kleinere Reparaturen kümmern.

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Die Reinigung und komplette Desinfektion liegt natürlich wieder in Olli’s (Olliver Hirsch) Händen. Thorsten Lex schraubt die Polster ab, um die nach den Jahren einmal neu Beziehen zu lassen.

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Ulli Hoffmann und Conni Cornelius sind mit Eifer dabei das Boot von außen zu reinigen. Der Hochdruckreiniger hat es Ihnen offensichtlich angetan. Die Beiden sind nass von oben bis unten, und das liegt nicht nur an dem total verregneten Nachmittag 🙂

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Thorsten Bakker kümmert sich um eine Stelle am Unterwasserschiff, das durch eine Kollision auf offener See entstanden ist. Wir haben bei Nacht ein treibendes Hindernis im Wasser übersehen. Thorsten hat da ein geschicktes Händchen und repariert perfekt mit Zweikomponentenkleber die defekte Stelle. Um die Klebestelle vor dem Regen und dem tosenden Hochdruckreiniger zu schützen, haben wir ein altes, grünes Markisentuch gespannt.

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Man kann es kaum glauben, aber Thorsten passte noch mit unter die Plane.

Ich (Wilfried de Jonge) war heute lediglich für das Catering zuständig. Die Gezeitentaucher sind sehr dankbare Kaffeetrinker und Kuchenesser 🙂

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Ein erfolgreicher Einsatz, an diesem total verregneten Sonntagnachmittag.

 

Bis bald,

Wilfried de Jonge

 

 

 

 

 

 

Start der Saison!

Lange ist es her, das wir hier etwas veröffentlicht haben. Die Wintersaison hat etwas länger gedauert wie angedacht. Leider hatten wir zur Mitte letzten Jahres Probleme mit unserem Boot und mussten es frühzeitig aus dem Wasser holen.

Dieses Jahr dürfte es sehr interessant werden, da sich bei einem unserer letzten Tauchgänge herausgestellt hat, das das Wrack welches wir Wrack X nennen sich von einer ganz neuen Seite zeigt. In den Jahren zuvor haben wir viele Tauchgänge an diesem Wrack getätigt und waren letztes Jahr nur einmal an diesem Ort. Wir hatten die Möglichkeit einer Identifizierung schon aufgegeben, bis sich bei dem Besagten Tauchgang herausstellte das ein Sturm das ganze Wrack auf dem Meeresgrund sich in eine komplett anderen Situation darstellt. Es waren ganze Bordwände samt Bullaugen zu erkennen die sonst im Grund der Nordsee verborgen waren.

Heute ist es also soweit, das wir das Boot startklar machen und hoffentlich bald wieder raus kommen um unser Wrack  X vielleicht dieses Jahr zu identifizieren!

 

Dirk ist fleißig am schrubben

 

Wilfried beim rangieren



Hoffe wir werden euch bald wieder etwas neues berichten können….

Bis bald eure Gezeitentaucher.

Für heute steht die MS Zander auf dem Plan.

Es ist der 04.06.2015, 17.30 Uhr bei bestem Wetter fahre ich  im Hafen von Norddeich auf das Gelände  des Jachthafens.


Dirk ist auch schon da und wir bereiten das Boot soweit wie möglich  für die Abfahrt vor. Jetzt erst mal ein wenig quatschen und dann schon mal vorbesprechen zu welchem Wrack es denn heute geht.

Die Tendenz geht Richtung MS Zander. Mal schauen, was Olli und Dirk so sagen. Nun aber die Geräte startklar machen und zuvor noch kurz das Gas analysieren. Saubere Punktlandung, in allen Flaschen ein glattes NX 32.


Die Geräte also zusammengeschraubt und alles an Bord verstaut. Mittlerweile sind Olli und Dirk mit ein wenig Verspätung dazu gestoßen. Jetzt steht es definitiv fest, es geht zur MS Zander.


Die MS Zander ist ein Arbeitsboot das letztes Jahr von einer Niederländischen Firma gekauft wurde. Bei der Überführung von Dänemark in die Niederlande ist es vor Norderney in Seenot geraten und untergegangen. Bei dem Unfall sind zwei Dänische Seemänner ums Leben gekommen.

Kopie aus der Ostfriesenzeitung
Kopie aus der Ostfriesenzeitung

Die MS Zander

  • 26,8 m Lang und  7,55 m.
  • Untergangsdatum: 24.11.2014
  • Unfallursache: unbekannt
  • Wassertiefe bei Niedrigwasser: 20 m

Bevor es losgeht werden noch schnell die Seefunkgeräte auf Funktion getestet. Alles OK! Leinen los!

In der Hafenausfahrt sieht das Wasser so glatt wie ein Spiegel aus, laut Seewetterbericht haben wir vor de Küste 2 Beauford und eine signifikante Wellenhöhe von 0,5 m.

Beim passieren von Norderney zeigt sich, dass der Wetterbericht recht hatte. Leichte und kurze Welle mit ca. 0,5 m. Dirk drückt nochmal den Hebel auf den Tisch und wir gleiten mit der Sonne im Nacken Richtung MS Zander.  Die Nordic kommt in Sicht und wir wissen, dass wir bald da sind. Da wir heute leider keinen Skipper an Bord haben müssen wir also in zwei Gruppen tauchen.

Die erste Gruppe besteht aus Wilfried, Olli und Dirk Terbeek. Ich übernehme also das Ruder während sich die drei fertigmachen und Dirk Heinemann Unterstützung beim Anziehen leistet.

Unsere Ankerboje und Strömungsboje zeigen deutlich, dass wir noch etwas Strömung haben.

Jetzt ist es so weit! Die Drei sind startklar und auf Kommando geht`s auf ins Wasser! Nochmal ein kurzes ok-Zeichen und sie tauchen ab. Ich und Dirk nutzen die Zeit um noch ein paar Scan’s vom Wrack zu machen. Ein Blick  auf die Uhr zeigt, das sich die vereinbarte Grundzeit dem Ende nähert und wir beginnen nach blasen bzw. Dekobojen Ausschau zu halten. So wie sich anhand der Strömubgsboje zeigt haben wir das Stauwasser erreicht. Als Wilfried die Wasseroberfläche durchstößt, sehen wir sein breites Grinsen.

Jetzt also los und ab ins Wasser. Die Aufgaben unserer Besatzung wechselt und eh wir uns versehen ist der Kopf auch schon unter Wasser! Die Strömung ist jetzt bei null angelangt und wir bewegen uns am Ankerseil in Richtung Wrack auf 20m Wassertiefe.  Das Wrack taucht langsam vor uns auf und wir sind auf Höhe des Führerstandes.

 

Foto Olli Hirsch

Ich beginne meine Videokamera und das entsprechende Licht in betrieb zu nehmen und freue mich schon jetzt wie ein Keks auf das Videomaterial! Dirk bekommt die zweite Kamera in die Hand gedrückt und auf geht`s. Das Wrack ist so beeindrucken das mir leider erst zum Ende des Tauchgangs aufgefallen ist das ich anscheinend die Kamera nicht eingeschaltet habe.

Wir tauchten links an der Backbordseite mittschiffs Richtung Bug. Auf dem Vorschiff waren geöffnete Decksluken zu sehen, die den ersten Einblick ins Schiffsinnere zuließen.

 

Fotograph Olliver Hirsch

Vom Vorschiff aus konnte man in Richtung der Aufbauten den Fahrstand sehen und links davon eine Tür durch die es in einen kleinen Aufenthaltsraum ging. Ich positioniere mich beim Eingang und Dirk tauchte in den Raum um sich umzusehen und zu serkunden ob es von dort aus weiter ins Schiff geht.

 

Videoausschnitt “kleiner Aufenthaltsraum”

Der Raum erwies sich als Einbahnstraße, was uns zum weitertauchen veranlasste. Auf der Steuerbordseite öffneten sich weitere Türen.

 

Foto Olliver Hirsch

Die erste führte uns in den Maschinenraum, welcher neben dem leichten Bewuchs den Eindruck hinterließ als wurde dort noch vor kurzem gearbeitet.

Im Maschinenraum

Werkzeuge sowie Ersatzteile hingen noch an der Wand. Eine Tür weiter erreichten wir den großen Aufenthaltsraum. Die Stühle sowie die Einrichtung lagen wild verteilt im Raum. Die Flora und Fauna haben sich dort schon breit gemacht was dazu führte das uns einige dicke Krebse beim vorbei tauchen beobachteten.

 

Foto Olliver Hirsch

Ein etwas mulmiges Gefühl überkam mich, als ich eine Thermoskanne in der Ecke liegen sah, die wahrscheinlich zu einem der verunglückten Seemänner gehörte.  Beim verlassen des Aufenthaltsraum schaute ich links in die Bordtoilette wo sich wie von Geisterhand ein roter Duschvorhang in der Strömung bewegte. Beim Blick Richtung Waschbecken sah ich eine Art Verschluß aus dem Sediment ragen. Der Griff nach dem Teil entpuppte sich als Bullauge. Ich zog es hervor um es Dirk zu zeigen und legte es dann vor dem Eingang nieder. An dieser Stelle möchte ich kurz darauf hinweisen, das wir solche Mitbringsel dort  belassen wo sie hingehören. Wir finden es gibt nichts schlimmeres ein Wrack zu betauchen wo man gleich sieht das dort Wrackplünderer vor Ort waren.

Mittlerweile hatten wir eine Grundzeit von etwa 55 min auf der Uhr und die Strömung hatte  so angezogen, das man nur mit Mühe seine Position halten konnte.

 

Foto Oliver Hirsch

Den Daumen hoch und den Zeigefinger nach vorn veranlasst uns den Anker einzuklappen und frei zu legen.

 

Foto Olliver Hirsch, “volltreffer”

Wir starten  mit dem Aufstieg in Richtung Sicherheitsstop, wo mir dann die Gesichtszüge entgleisten. ” kein Blinken an der Kamera = keine Aufnahme”.

An der Wasseroberfläche angekommen, sahen wir schon unser Boot.  Die Sonne trat gerade am Horizont ins Wasser und auf uns Wartete schon ein dickes Stück von Ollis Wassermelone. So ein Abend auf der Nordsee ist etwas unbeschreibliches und ist vergleichbar mit einem Kurzurlaub.

Planung für den Zweiten Tauchgang 2015

Die Planungen für den nächsten Tauchgang laufen an. Der Blick auf die Wetter- und Gezeitenvorhersage zeigt eine positive Tendenz für Donnerstag den 04.06.2015 auf.

Jetzt fängt die Telefoniererei und Schreiberei mit allen Beteiligten an.

Mal schauen, ob uns das Wetter zuspielt und alle Lampen auf grün stehen.

Der offizielle Seewetterbericht vom Deutschen Wetterdienst sagt:

Vorhersagen von Mo, 01.06.2015 00 UTC
Deutsche_Bucht (54.43N 5.70E) WT: 10 C
Tag Zeit Windrichtung in 10m Hoehe Windgeschw. 10m Boeen 10m Sig. Wellenhoehe Wetter
  UTC Windrose Beaufort Beaufort m Textkuerzel
Di 12 SW 7 8-9 4.5 RAIN
Mi 00 SW-W 6 7 3  
Mi 12 W 5-6 6-7 3  
Do 00 SW 2-3   1  

 

Zur Auswahl stehen für dieses Mal drei Wracks. 

  1. Zum Ersten die “Zander”, bei diesem Arbeitsboot handelt es sich um ein noch jungfräuliches Wrack, da es erst letztes Jahr untergegangen ist.
  2. Das Vorpostenboot vom letzten Tauchgang. Hier sind noch so einige Fragen offen und es fehlt noch Video-Material.
  3. Und schließlich die “Neptunus”. Ein Baggerschiff, welches wir letztes Jahr gescannt haben!   

Alle drei Wracks sind vielversprechend und haben alle auf ihre Weise ihren Reiz.

Wenn alles glatt läuft, gibt es zum Wochenende vielleicht einen neuen Bericht und auch ein kleines Video.

Wir halten euch weiter auf dem Laufenden👌🏻

Der Countdown läuft und die Vorhersagen werden immer besser!

  

 

Wie immer kommt die Arbeit vor dem Vergnügen😒 jetzt heißt es also Flaschen füllen und alles für Donnerstag fertig machen!

   
 

Erster Tauchgang 2015

Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren! Die Flaschen sind gefüllt und die Ausrüstung ist gecheckt. Bis jetzt wechselt sich der Tag mit dem Blick auf den aktuellen Wetterbericht und der Vorfreude auf den heutigen Tauchgang. Leider ist das Wetter zur Zeit so unbeständig, dass sich die Lage halbstündlich ändern kann! Zudem kommt die Meldung aus den Nachrichten, dass vor Helgoland ein Frachtschiff in Brand steht und die Gefahr einer Explosion nicht ausgeschlossen ist!  

 http://m.spiegel.de/panorama/a-1035696.html

Anwohner in Cuxhaven und Umgebung sollen die Fenster geschlossen halten.

Da stellt sich die Frage, ob so ein Tag der richtige ist, um ins Wasser zu springen 😁

Wir alle sind allerdings so heiß auf den Tauchgang und das neue Wrack, dass wir es zumindest auf einen Versuch ankommen lassen!

Unser heutiges Ziel ist ein Vorpostenboot, welches 1944 durch einen Lufttorpedotreffer vor Norderney versenkt wurde. Durch die Vorarbeit von Olli und Dirk haben wir Bereits die korrekte Position und auch schon die ersten Sidescans. 

 Alles in allem ist das ein vielversprechender Spot!

Über das Boot wissen wir:

  • Länge ca. 44 m
  • Breite ca. 7,5 m
  • Untergangsursache Luftangriff ( Torpedo)
  • Ehemaliges Fischerboot

   

 17.00 Uhr  Ich bin mit Wilfried als erster im Hafen von Norddeich. Wir starten mit den Vorbereitungen und machen das Boot soweit fahrbereit, ein paar kleine Reparaturen noch und dann schonmal die Geräte aufrüsten. Mittlerweile sind Ulli und Niko auch eingetroffen und starten ebenfalls mit den Vorbereitungen! Der Zeitplan drängt ein wenig, da das Stauwasser für 19.08 Uhr gemeldet ist und wir immerhin noch gute 25 km Strecke vor uns haben. Nach dem Dirk auch eingetroffen ist, befördern wir seine Ausrüstung noch an Bord und auf gehts! 

 

Begutachtung des Humminbird, welches wir leiweise von Niko zum Testen bekommen haben.
  
Niko schlüpft in seinen Skipper-Dress
   

 

Dirk T. beim Aufrödeln

 

Ein Bick auf die Uhr: 18.15 Uhr! Motor an, Leinen los, Fender einholen und auf gehts! Beim Verlassen der Hafeneinfahrt schiebt Niko den Gashebel nach vorn und wir fahren mit geschmeidigen 40km/h Richtung Vorpostenboot. Laut Seewetterbericht ist eine signifikante Wellenhöhe von 2,5 m gemeldet😒. Zwischen Festland und Norderney ist noch “Ententeich” angesagt, aber in der Ferne ist schon gut die Gischt vor der Insel zu erkennen. Zum Glück sind es langezogene Wellen mit maximal 2 m Höhe, was die Fahrt doch noch recht angenehm macht. An der zuvor bestimmten Position angekommen läuft alles wie am Schnürchen. Ulli und ich bereiten das Ankergeschirr vor, während Dirk und Wilfried gebannt auf das Echolot starren und Niko entsprechende Kommandos für den Kurs geben! Ein lautes “JETZT” ist das Signal für mich, den Anker über Bord zu schmeißen. Nachdem das Seil über Bord rauscht und letztendlich die Markierungs- sowie die Strömungsboje im Wasser sind, geht es mit Hochtouren in die Ausrüstung.  Blick auf die Uhr: 19.45 Uhr. Das Stauwasser also um gute 40 min verpasst – mal sehn wie strömungsreich der Tauchgang wird.

  
Beim Abtauchen durchstoßen wir in den ersten 9m einen kleinen Schwarm von Feuerquallen, die Sicht ist gut und es ist nur wenig Strömung spürbar. Am Grund den Anker in Sicht, aber kein Wrack! Der Tiefenmesser zeigt 20 m. Also das Reel an den Anker geknotet und auf geht’s das Wrack suchen.  Mit westlichem Kurs gegen die leichte Strömung an. Nach ca. 50 m Volltreffer! Wir haben das Vorschiff erreicht. Interessanterweise gab es Unterwasser schon die erste Diskussion  im Bezug auf den Befestigungspunkt für das Reel am Wrack. Der Befestigungspunkt sah aus wie eine Wellendurchführung, was allerdings für das Vorschiff nicht sein kann😦.  

 

Schau mal den Anker, Ulli

 

Egal, auf ging’s zur Erkundungstour. Die Bordwände ragten ca. 3 m aus dem Grund und das Wrack stand aufrecht auf dem Kiel. Aktuelle Tiefe 23 m. Es hat sich um’s gesamte Schiff eine Art Kolg gebildet, so das das Wrack komplett in einer Senke liegt. Wir tauchten am Bug Richtung Oberdeck, welches allerdings aus mehr Löchern bestand, als aus vollständigen Flächen. Die Struktur des Schiffes ist gut zu erkennen und wir beschließen an der Backbordseite in Grundnähe das Wrack weiter zu betauchen. Mittlerweile sind wir gute 20 min. beim Wrack und die Strömung ist nahezu vollständig verschwunden. Interessant, wie trotz modernster Messtechnik die Gezeitenvorhersage doch abweichen kann – da zeigt sich mal wieder, dass die Nordsee total unberechenbar ist.

  
  
Weiter Richtung Achterschiff erscheint der Meeresgrund wie eine Art Schrottplatz, überall liegen Wrackreste, vereinzelt Netzteile und es sind jede Menge Einsiedlerkrebse, Seespinnen und Grundeln unterwegs. Nach ca. 20 m endet das Wrack in einer Art Trümmerhaufen, hier muss der Torpedo eingeschlagen sein oder es handelt sich um die Bruchstelle vom Untergang! Bei der Umrundung an der Steuerbordseite erkennt man Lichtstrahlen in der Dunkelheit, das sind Dirk und Wilfried. Ulli und ich erkennen eine große Bruchstelle in der Bordwand und beschließen einen kleinen Abstecher ins Wrack. Vorbei an alten Dampfleitungen entdecken wir noch alte Ausrüstungsteile des Schiffes, welche wir beim nächsten Tauchgang mal etwas genauer ins Auge fassen wollen. Ein erneuter Blick auf den Bottomtimer zeigt eine Grundzeit von 50 min. an und wir beschließen, uns auf den Rückweg zu machen. Beim Einrollen des Reels Richtung Anker kommen wir an einer großen Kettentrommel vorbei, die noch voll mit Kette ist. Die Kettentrommel ist in der Mitte durch ein großes Zahnrad in zwei Segmente geteilt. Kurz darauf ist auch schon wieder der Anker in Sicht und wir beginnen nach dem Einklappen des Ankers mit dem Aufstieg. In unserem kurzen Dekostop treffen wir Wilfried und Dirk wieder und ein breites Lächeln ist auf allen Gesichtern zu erkennen.

   
 

Beim Durchdringen der Wasseroberfläche ist auch schon Niko mit dem Boot zu sehen, der gleich mit dem Aufnehmen von uns Tauchern startet.

   
  
Zurück an Bord gibt es erstmal einen Snack und jede Menge Gesprächsstoff für die Rückfahrt. Mittlerweile ist es 24.00 Uhr und ich trete den Heimweg  von Norddeich Richtung Emden an.  
Einen großen Dank an alle, die mit dabei waren sowie an Dirk H. und Olli für die super Vorbereitung. Schade, dass es bei euch beiden nicht geklappt hat!

Zudem nochmal ein großes Dankeschön an Niko Reisch ( NWF Nordwest-Funk GmbH http://www.nordwest-funk.de ) für den Einsatz als Skipper und Leihgeber des Humminbird.

Füllorgie am Laufen….

Morgen gehts das erste Mal für dieses Jahr auf die Nordsee! Vorbereitungen laufen 😜 

        

  Flaschen verstaut und Sachen gepackt… Somit steht für morgen nichts mehr im Weg 👌🏻  

Erste Scannertour😀

Olli und Dirk H. machten sich am Sonntag den 24.05.2015 auf den Weg und starteten den ersten Scan-Tag bei besten Wetterbedingungen! Auf dem Plan standen bekannte, schon betauchte Positionen sowie auch neue Positionen! 

 
Beste Laune bei super Wetter!

  

Bedingungen sind SPITZE!

   

  

  

 Mal sehen, was Olli aus den Rohmaterialien noch so alles rausholt… 

Wracktauchen in der Nordsee